Steamboat Springs Tag 2 auf dem Schnee

Steamboat Springs Tag 2 auf dem Schnee

23. Feb 2025

Unser erster Tag auf der Piste war ja ein Sonntag und daher war es auch sehr voll (ähnlich wie bei uns an einem Sonntag, für den schon lange vorher blauer Himmel vorausgesagt ist.

Entgegen unserer Hoffnungen waren aber am Montag immer noch viele Leute da …. viele Anfänger oder im besten Fall moderate Skifahrer, die sich gerne mal mit unelegantem Seitenschwung querstellen, voraussehbar und damit mit hohem Risiko verbunden.

Vor den Liften ein grosses Gedränge:

Aber – im Gegensatz zu den Lift-Drängeleien, die wir aus der Schweiz kennen – läuft das hier recht zivilisiert ab. Alle stellen sich ordentlich in parallelen Reihen auf und vorne steht ein ‚Dätschmeister‘, der das ganze koordiniert. Überall gibt es Single-Lines, wo sich die Leute anstellen, die keinen besonderen Wert darauf legen, mit einer oder mehreren ganz bestimmten Personen auf dem Lift zu fahren, und mit denen wird dann jede Reihe auf die maximale Anzahl aufgefüllt. Warum gibt es das bei uns nicht?

Da die Single Lines meist schneller gehen, stellen wir uns gerne in denen an (wir sehen uns ja sonst schon genug). Der Vorteil ist, dass man recht leicht mit Leuten in’s Gespräch kommt; Studenten, die schnell morgens aus Denver angereist sind (4 Stunden), um einen Tag Ski zu fahren und dann abends wieder nach Hause (4 Stunden), oder andere, die jedes Wochenende hier sind, oder andere, die das erste Mal hier sind. Die meisten wollen wissen, was der Unterschied vom Skifahren hier oder in der Schweiz ist.

Eine Begegnung stach für mich (Anke) heraus. Ich wurde mit drei Männern gepaart, etwa in meinem Alter, die alle den gleichen blauen Skianzug anhatten, auf dem je ihr Vorname aufgedruckt war. Ich fragte, ob sie Brüder seien; aber sie dementierten das vehement. Sie seien Teil einer grossen Gruppe von Ex-Piloten (80 Leute) der Airforce und würden jedes Jahr hier zum Skifahren zusammenkommen (erinnert mich an die Therwiler Feuerwehr, die jedes Jahr auf der Riederalp zum Ski- und Trink-Sport zusammen kommt).

Hier ist einer von denen:

Einer der drei fragte, was man denn so in der Schweiz über die momentanen Ereignisse hier denkt. Uff. Was sollte ich da sagen? Die drei waren jedenfalls eindeutig der Meinung, dass nun alles besser wird, dass Biden alles kaputt gemacht hat und nur noch mehr Schulden gemacht hat und dass es gut ist, dass nun einer kommt, der aufräumt. Es wäre natürlich schade, wenn da andere in der Welt drunter leiden, aber nun müsste an mal auf das Wohlergehen der Amerikaner achten. Meine zaghafte Aussage, dass die neuen Zölle vielleicht zu noch höheren Preise für die Amerikaner führen würde und so irgendwie keinem helfen würden, wurden weggewischt. Europa würde ja auch viele Zölle und so erheben und es wäre nur gerecht, dass die Amerikaner jetzt auch mal ernst machen.

Ich bitte um Verständnis, dass ich mich nicht auf eine tiefer gehende Diskussion eingelassen habe – ich sass auf dem äusseren Platz des Sessellifts und die Amerikaner lassen ja gerne den Bügel offen, sodass es ein Leichtes gewesen wäre mich da runter zu schubsen.

Hier noch ein Eindruck von unserer letzten Abfahrt am Montag:

… um dann auf der überfüllten ‚Plaza‘ anzukommen, wo viele den Tag ausklingen lassen oder von A zu B eilen und man aufpassen muss, dass man keine Ski um die Ohren geschlagen oder Stöcke in den Bauch gerammt kriegt.